Igel



Die Igel (Erinaceidae) bilden eine Familie von Säugetieren, deren bekannteste Vertreter die in Europa lebenden Arten Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und Weißbrustigel (Erinaceus concolor) sind.

Wird in Europa vom Igel als Art gesprochen, ist meist der Braunbrustigel gemeint, da er fast über den gesamten europäischen Kontinent verbreitet ist. In Osteuropa sowie in Teilen Westasiens ist dagegen der ebenfalls zu den Kleinohrigeln zählende Weißbrustigel die vorherrschende Art.

IgelZuordnung: Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), auch Westeuropäischer Igel oder Westigel genannt, ist ein Säugetier aus der Familie der Igel (Erinaceidae).


Ordnung: Insektenfresser
Familie: Igel
Gattung: Kleinohrigel
Art: Braunbrustigel


Merkmale:
Der Braunbrustigel wird 22 bis 30 cm groß und wiegt je nach Lebensalter zwischen zwischen 450 und 800 g. Gramm. Im Winter können diese Tiere sogar 1.500 g und mehr wiegen, da sie Fettreserven für das Winterhalbjahr aufbauen. Im Frühjahr, wenn die Fettreserven durch den Winterschlaf aufgebraucht sind, wiegen die Igel nur noch um die 350 g.

Das auffälligste Merkmal des Braunbrustigels sind seine Stacheln, die den gesamten Rücken bedecken. Die Anzahl der Stacheln ist abhängig von der Körpergröße und dem Lebensalter. Ein ausgewachsener Igel hat zwischen 5.000 und 7.500 Stacheln. Die Stacheln rund 2 bis 3 cm lang und 1 bis 2 mm dick. Die Stacheln sind an der Wurzel cremeweiß und gehen in einen Braunton über, wobei die Stachelspitze widerum weiß ist. Das Fell der Gesicht- und Bauchseite ist für Igel graubraun und für den Braunbrustigen Igel charakteristisch.
Die Gliedmaßen sind relativ kurz, wobei die Hinterbeine etwas länger sind. Die Füße vom Igel haben fünf Zehen die mit Krallen versehen sind. Igel gehören zu den Sohlengänger, die die gesamte Fußfläche bei der Fortbewegung aufsetzen.
Der Kopf des Braunbrustigels ist mit einer langen, beweglichen Schnauze versehen und sie haben 36 Zähne. Die Augen sind rund und klein, die Ohren sind mit einer Länge von einem Zentimeter ebenfalls klein und fast völlig im Fell verborgen und sie haben einen ca. 2 cm langen Schwanz.

Lebensraum:
Braunbrustigel bewohnen große Teile West- und Mitteleuropas, darunter auch Deutschland. Das Verbreitungsgebiet zieht sich auch quer durch das östliche Mitteleuropa bis zur norditalienischen Adriaküste.

Braunbrustigel bevorzugen eine reich gegliederte Feldflur mit einem abwechslungsreichen Bewuchs aus Hecken, Gebüsch, Bodendeckern, Weideland, Feldraine mit Altgrasbestand oder Staudendickichten, kleinen Gehölz mit Totholzbeständen. Auch an Laubwaldrändern sind sie zu finden. Sie meiden Nadelwälder, baum- und strauchlose Landwirtschaftsflächen und zu feuchte Habitate wie Moore. Gebüsche und Hecken, aber auch hohle Baumstämme und Felsspalten dienen ihnen als Ruheplätze, manchmal beziehen sie auch verlassene Baue anderer Säugetiere. Braunbrustigel findet man heute überwiegend auf in naturnahen Gärten, Parks und Friedhöfen sowie in den durchgrünten Siedlungsbereichen in der Randzone von Städten und Dörfern.

Nahrung:
Die Nahrung des Braunbrustigels besteht vorwiegend aus Insekten, darunter Käfer wie die Laufkäfer, Ohrwürmer, Schmetterlingsraupen, sowie Tausendfüßer und Regenwürmer. Auf der Suche nach Nahrung legen Igel in der Nacht Strecken bis zu einem Kilometer zurück.

Der Braunbrustigel frisst auch Säugetiere wie Mäuse, Spitz- und Wühlmäuse und Maulwürfe. Es handelt sich dabei meist um nestjunge, noch blinde Tiere, die der Igel auf seinen nächtlichen Streifzügen findet. Weder sein Gebiss noch seine Laufgeschwindigkeit befähigen den Braunbrustigel dazu, den ausgewachsenen Tieren dieser Arten ein ernsthafter Fressfeind zu sein. Eier von bodenbrütenden Vögeln gehören ebenfalls zum Nahrungsspektrum des Igels.