Familie der Gänse


Blässgans (Anser albifrons)

Die Blässgans, auch Blessgans, (Anser albifrons) ist eine Gans aus der Gattung der Feldgänse.

Blässgans (Anser albifrons)
Blässgans (Anser albifrons)

Zuordnung: In Deutschland nur als Wintergast anzutreffen


Ordnung: Gänsevögel
Familie: Entenvögel
Gattung: Feldgänse
Art: Blässgans


Merkmale:
Blässgänse sind etwa 65-76 cm groß. Das männliche Tier, der Ganter, wiegt zwischen 1900-2400 Gramm. Die Ganz wiegt mit 1600-2100 Gramm entwas weniger. Die Flügelspannweite beträgt 130-165 cm. Das Gefieder der Blässgans ist dunkel graubraun gefärbt. Die Unterseite ist meist hellen und hat schwarze Querflecken. Auffallend ist der helle, zweisilbige Rufe (Kli-lick, kil-lick). Der Schnabel ist blassrötlich bis zartrosa und die Beine sind orange gefärbt.

Verbreitung:
Blässgänse sind die häufigsten Arten nordischer Gänse, die als Zugvögel bei uns rasten und teilweise überwintern. Die Populationen nehmen ständig zu, und die Gäste dringen von den Rastplätzen an den Küsten, entlang der großen Flüsse Elbe, Oder, Havel, Saale immer mehr in das Binnenland vor.

Die Blässganse und Saatganse nutzen gleiche Räume und Nahrungsquellen. Sie kommen meist in gemeinsamen Scharen vor und unterscheiden sich kaum in der Größe, ist aber von der Saatgans an ihrem gefleckten Bauchgefieder und der Blesse am Schnabelgrund gut zu unterscheiden.
Die Blässgans brüten in Nord- und Nordosteuropa sowie in der westsibirischen Tundra und Taiga. In großen Scharen rasten sie auf ihrem Zug in ihre Überwinterungsgebiete von September bis November bei uns. Die Schlafplätze von Wildgänse liegen an große Seen und Flüsse.

Nahrung:
Die Blässgans ernhärt sich von Gräsern und Wollgras. Bis zum Wegzug bildet dann das Schmalblättrige Wollgras die Hauptnahrung.



Graugans (Anser anser, auch Wildgans)

Die Graugans, (Anser anser, auch Wildgans) ist eine Art der Gattung Feldgänse (Anser) in der Familie der Entenvögel (Anatidae).
Graugänse zählen zu den häufigsten Wasservögeln und bilden zugleich die zweitgrößte Gänseart in Europa.

Graugans
Graugans, (Anser anser, auch Wildgans)

Zuordnung:


Ordnung: Gänsevögel
Familie: Entenvögel
Gattung: Feldgänse
Art: Graugans


Merkmal:
Die Graugans erreicht eine Länge von 75 bis 90 cm und eine Flügelspannweite von 147 bis 180 cm. Das Gewicht liegt zwischen 2,5 bis 4 kg und sie können bis zu 17 Jahre alt werden.
Der Hals der Graugans wirkt relativ dick und durch die streifige Anordnung der Federn leicht längsgestreift. Die Vorderflügel sind auffällig hell und der Bauch hat mehr oder minder stark ausgeprägte schwarze Flecken. Der Schnabel ist relativ groß und klobig. . Bekanntester Laut ist das auch von Hausgänsen bekannte „ga-ga-ga“, jedoch verfügt die Graugans über mehr als ein Dutzend verschiedener Lautäußerungen.

Lebensraum:
Die Graugans lebt in Island, Großbritannien, Holland, entlang der Küsten Norwegens, in Südschweden, im Ostseeraum, sowie an der Nordseeküste bis weit ins Binnenland der Niederungsgebiete Deutschlands und Polens. Vereinzelt kommt sie in Südosteuropa bis nach Griechenland vor. Ihre Verbreitungsschwerpunkte liegen jedoch in den Niederungsgebieten der gemäßigten und nördlichen Breiten Ost- und Nordosteuropas.
Auch außerhalb Europas setzt sich das Brutgebiet der Graugänse in Mittelasien bis zum Stillen Ozean fort.

Die Vorkommen in den gemäßigten Breiten Westeuropas westlich der Elbe entstanden erst seit 1960 und wurden durch menschliche Einbürgerungsversuche unterstützt. Die Graugans ist die einzige Gänseart, die sowohl in Mittel- als auch in Südeuropa vorkommt. Sie ist die häufigste und am weitesten verbreitete graue Gans in Deutschland.
Sie brütet in verschiedenen, weiträumigen Feuchtgebieten, die meist nährstoffreich und frei von Bäumen und Sträuchern sind. Dazu gehören Inseln oder Schilfgürtel großer Seen, Küstenlagunen, Mündungsgebiete großer Flüsse, Altwässer, Auwälder, Sümpfe, Moore, Waldseen, Feuchtwiesen mit Überschwemmungszonen und sogar Parkteiche. Binnengewässer werden gegenüber Küstengewässern deutlich bevorzugt. Die Graugans braucht einen ungestörten Lebensraum mit guter Deckung durch große Schilf- oder Binsenflächen, größeren freien Wasserflächen, bewachsenen Ufern und angrenzendem Wiesen oder Weidegrünland. Sie brütet auch auf größeren Inseln im Meer, die weit vom Festland entfernt sind.

Da die Graugans sehr groß und wehrhaft ist, wird sie nur von größeren Feinden wie dem Seeadler, Wolf, Fuchs und Marderhund bedrängt, wobei im allgemeinen Jungvögel oder Eier erbeutet werden.

Verbreitungsschwerpunkte der Graugans in Deutschland liegen in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und in Teilen Sachsens (Lausitz). Auch die übrigen Bestände, wie am Dümmer in Niedersachsen, entwickeln sich positiv. Die meisten Brutplätze, Sammel- und Rastgebiete der Graugänse in Deutschland befindet sich in Schutzgebieten.

Nahrung:
Graugänse ernähren sich von Land- Wasserpflanzen, dabei hauptsächlich von kurzen Gräsern und Kräutern, sowie Stauden und Wurzeln, insbesondere auch Kartoffeln und Rüben.



Kanadagans (Branta canadensis)

Die Kanadagans (Branta canadensis) ist eine Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae)

Kanadagans
Kanadagans (Branta canadensis)

Zuordnung: In Deutschland nur als Wintergast anzutreffen


Ordnung: Gänsevögel
Familie: Entenvögel
Gattung: echte Gänse
Art: Kanadagans


Merkmal:
Das charakteristische Erkennungsmerkmale der Kanadagans ist der schwarze Kopf und Hals, sowie ein großer weißer Fleck, der sich von der Kehle bis hinter die Augen erstreckt. Die schwarze Halsbefiederung ist scharf gegen die graue Brust abgesetzt. Füße und Schnabel sind ebenfalls schwarz. Weibchen und Männchen sind gleich gefärbt.

Die Kanadagans ist 90 bis 100 Zentimeter groß und hat eine Flügelspannweite von 160 bis 175 Zentimeter. Männchen Tiere wiegen in der Regel zwischen 3,5 bis 6,5 Kilogramm und die Weibchen zwischen 3 und 5,5 Kilogramm.

Lebensraum:
Die Kanadagans wird als die weltweit häufigste Gänseart angesehen. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Gans ist Nordamerika. Sie ist dort ein Charaktervogel des Tieflandes und brütet an den Binnenseen der Prärie- und Ackerbaugebiete. Der in der typischen V-Formation erfolgende Zug in die überwinterungsquartiere und die Rückkehr in die Brutreviere im Frühjahr sind in Nordamerika Symbole für den Wechsel der Jahreszeiten. In Europa wurde die Kanadagans zum Teil gezielt angesiedelt. Ein Teil der heute vor allem in Großbritannien, Irland, Skandinavien und den Niederlanden existierenden Populationen sind auch auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurückzuführen. Seit den 1970er Jahren zählt sie auch zu den Brutvögeln Deutschlands. Besonders in Städten finden sich halbwilde Parkpopulationen, die zunehmend auch das Umland besiedeln.

Nahrung:
Kanadagänse ernähren sich im Sommer überwiegend von Gräsern, Sumpf- und Wasserpflanzen. Im Winter äsen sie bevorzugt am Land. Sie bevorzugen dabei Landschaftsbestandteile mit kurzen Gräsern und Kräutern, die ihnen ein weites Sichtfeld geben.



Ringelgans (Branta bernicla)

Die Ringelgans (Branta bernicla) ist eine Art der Gattung Meergänse (Branta) der Familie der Entenvögel (Anatidae).

Ringelgans
Ringelgans (Branta bernicla)

Zuordnung: In Deutschland nur als Wintergast anzutreffen


Ordnung: Gänsevögel
Familie: Entenvögel
Gattung: Meergänse
Art:Ringelgans


Merkmal:
Das Gewicht der Ringelgans liegt zwischen 1 bis 1,5 Kilogramm, wobei die Weibchen im allgemeinen etwa 150 Gramm leichter sind. Die Flügelspannweite beträgt 110 bis 120 Zentimeter.
Ringelgänse sind schwarzgrau und haben einen graubraunen Rücken. Die Flanken sind schwarz-weiß gebänderten. Bei ausgewachsene Ringelgänse befindet sich am Hals ein schmale weiße Flecken. Die Ober- und Unterschwanzdecken sowie der Bauch ist weiß gefärbt. Die Brustfärbung ist entweder heller grau von der schwarzen Vorderbrust abgesetzt oder etwa dunkler grau und geht allmähnlich in das dunkle Brustgefieder über. Schnabel, Beine und Flügel sind schwarz gefärbt. Die Küken sind im Daunenkleid an der Oberseite graubraun gefiedert, Kopf und Halsseiten sowie der Bauch sind hellgrau.

Die Ringelgans ist die kleinste und dunkelste der Meergänsearten, zu denen neben die Ringelgans die Nonnengans, die Rothalsgans und die Kanadagans zählen.

Lebensraum:
Die Ringelgans ist in Deutschland als Wintergast anzutreffen. Der deutschen Name der Gans bezieht sich ebenso wie bei der Ringeltaube auf den weißen Halsring. Gelegentlich wird die Gans auch als Rottgans bezeichnet, was von dem dumpf klingenden Flugruf abgeleitet ist.

Die Ringelgans ist ein Zugvogel, der im Winter nach Süden zieht. Wenn sie auf ihrem Zug sind, bilden Ringelgänse nicht die charakteristische V-Formation, sie fliegen rasch, aber nicht in Formation.
Abgesehen von Paarungs- und Brutzeit leben Ringelgänse in großen Schwärmen. Für gewöhnlich zeigen Ringelgänse eine große Partnertreue, wobei sie sich jedoch bei Verlust des Partners neu verpaaren. Die Brut beginnt sofort nach der Ankunft in den Brutgebieten im Juni. Ringelgänse brüten in Kolonien in der arktischen Tundra in Küstennähe, welche ein seenreiches Gebiet ist. Die hellbäuchige Rasse verrichtet ihr Brutgeschäft häufig auf kleineren Inseln vor der Küste. Gewöhnlich werden drei bis fünf Eier gelegt. Nach 24 bis 26 Tagen schlüpfen die Jungen, deren Aufzucht nur etwa 40 Tage dauert.

Nahrung:
Wenn sie brütet, frisst die Ringelgans Tang, Flechten, Moose und Kräuter. Im Flachwasserbereich gründelt sie gerne nach Seegras, Grünalgen und anderen Meerespflanzen. Erwachsene Vögel trinken Salzwasser und scheiden das Salz über spezielle Drüsen wieder aus, während Jungvögel Süßwasser zu sich nehmen.



Saatgans (Anser fabalis)

Die Saatgans (Anser fabalis) oder Rietgans ist eine zu den Feldgänsen (Anser) gehörige Echte Gans (Anserini).

Saatgans
Saatgans (Anser fabalis)

Zuordnung: In Deutschland nur als Wintergast anzutreffen


Ordnung: Gänsevögel
Familie: Entenvögel
Gattung: echte Gans
Art: Saatgans


Merkmal:
Die durchschnittliche Größe der Saatgans beträgt 65 bis 90 cm und die Flügelspannweite beträgt 140 bis 170 cm. Das Weibchen ist meist etwas kleiner. Ausgewachsene Tiere wiegen etwa 3 bis über 4 kg. Saatgänsen können in der freien Wildbahn über zwanzig Jahre alt werden.

.Das Gefieder ist grundsätzlich graubraun, am Hals und dem eckigen Kopf dagegen dunkelbraun. Brust und Bauch sind hellbraun, zum Schwanz hin sogar weißlich gefärbt, die Flügel dagegen wieder dunkelbraun. Sowohl an den Flanken als auch an den Außenseiten der Flügel und an der Schwanzspitze finden sich im Gefieder feine weiße Linien. Die mit breiten Schwimmhäuten versehenen Füße sind orange.
Die Jungtiere haben dagegen ein unauffälliges olivbraunes Tarnkleid aus Dunenfedern mit schwarzen Streifen in der Kopfregion. Füße und Schnabel sind mausgrau.

Nahrung:
Die Nahrung der Saatgänse besteht in ihrem Brutgebiet aus Flechten, Gräsern, Kräutern und Wasserpflanzen, im Herbst auch aus Beeren und Bohnen. In ihren Überwinterungsgebieten fressen sie Wurzeln, insbesondere der Quecke, Kartoffeln und Getreidekörner, zum Leidwesen der Bauern gerne von frischem Saatgetreide, aber auch von abgeernteten Feldern.
Die Jungvögel ernähren sich dagegen nicht nur von Blüten und Knospen, sondern auch nicht-vegetarisch von Insekten, Weichtieren, kleinen Krebsen und sogar Fischeiern.

Lebensraum:
Saatgänse sind Zugvögel, die regelrechte Zugtraditionen etabliert haben und je nach Familie immer wieder dieselben Brut- und Überwinterungsgebiete aufsuchen. Erstere erstrecken sich in der nordischen Tundra und Taiga von Nordskandinavien im Westen bis nach Ostsibirien und dem Ochotskischen Meer im Osten. Zum Überwintern sind sie in weiten Teilen Mitteleuropas zu finden.
In ihren Brutgebieten leben Saatgänse paarweise entweder in der Taiga inmitten von Nadel- und Birkenwäldern, in Mooren und Waldsümpfen, auf Schilfinseln und an ruhigen Gewässern oder weiter nördlich in der Strauch-, Moos- oder sogar Flechtentundra, dort dann meist, aber nicht immer, in der Nähe von Seen und Flussniederungen, gerne in steilem unzugänglichem Ufergelände. Brütende Paare finden sich aber auch fernab von Gewässern auf ausgedehnten Schotterfeldern.

In ihren Überwinterungsgebieten leben sie in großen Kolonien und bevorzugen abgeerntete Ackerflächen (insbesondere Zuckerrüben- und Maisfelder), Wiesen und Viehweiden. Sie schlafen gerne auf offenem Wasser, im Winter auch auf Eis, und wandern täglich, zuweilen mehr als zehn Kilometer, zwischen ihren Schlaf- und Weideplätzen hin und her.



Schwäne (Cygnini)

Die Schwäne (Cygnini) sind eine Tribus der Entenvögel (Anatidae). Innerhalb dieser Familie werden sie den Gänsen (Anserinae) zugerechnet. Schwäne sind die größten aller Entenvögel.

Schwan
Schwäne (Cygnini)

Zuordnung:


Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Gänse (Anserinae)
Gattung: Schwäne



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